Mit 1.384 Gründungen in den vergangenen sechs Monaten nimmt die Dynamik im deutschen Startup-Ökosystem wieder klar zu. Nach dem starken Rückgang Mitte 2022 deute sich nun ein positiver Trend an. Bei den Gründungen liegen die Länder Berlin, Bayern und Nordrhein-Westfalen vorne, vor allem in NRW (plus 25 %) und Berlin (plus 28 %) zeigt sich ein klarer Aufwärtstrend. 

Der zentrale Sektor ist Software – nie wurden mehr Startups in diesem Bereich gegründet als im gerade vergangenen Halbjahr. Mit 302 Neugründungen entfällt jedes fünfte neue Startup auf die Branche. Das unterstreiche die wachsende Bedeutung der Digitalisierung und die hohe Nachfrage nach innovativen Software-Lösungen. Vor allem die zunehmende Digitalisierung und der Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) seien Treiber der Entwicklung. Startups in diesem Bereich kreierten innovative Lösungen, die Produktivitätssteigerungen und Effizienzgewinne ermöglichen. Besonders im B2B-Sektor seien diese Lösungen gefragt, da sie Unternehmen helfen, Kosten zu senken und Prozesse zu optimieren. Das zeige, wie Startups die deutsche Wirtschaft digitaler, schneller und effizienter machen. 

Der Anstieg zeigt sich in fast allen Branchen: Unter den Top-10-Branchen stagnieren nur die Bereiche Medizin (-2%) und Food (+-0). Medizin liegt mit 126 Neugründungen aber immer noch auf Platz 2. Gegenüber dem zweiten Halbjahr 2023 sind die Bereiche Energie (von 56 auf 47 Neugründungen) und Umwelttechnologie (von 59 auf 35 Neugründungen) rückläufig.

Ein spannendes Kopf-an-Kopf-Rennen liefern sich München und Berlin. Die beiden Städte bleiben die zentralen Hotspots des deutschen Startup-Ökosystems und vereinen mehr als ein Viertel aller Startup-Neugründungen im Land auf sich (26%). Auch wenn Berlin absolut die meisten Gründungen aufweisen kann, schiebt sich München bei den Gründungen pro Kopf im Zeitraum der letzten zwölf Monate knapp an der Hauptstadt vorbei.  

Die positive Entwicklung der Neugründungen wird nahezu im gesamten Bundesgebiet sichtbar. Nicht nur die großen Metropolen, sondern auch zahlreiche kleinere Städte und Regionen verzeichnen ein Wachstum. Mit Aachen, Darmstadt und Heidelberg stehen drei forschungsnahe Gründungsstandorte in den Top 5 der pro Kopf stärksten Gründungsstädte. Diese breite Verteilung der Gründungsaktivitäten verdeutliche die zunehmende Bedeutung der Regionen abseits der etablierten Startup-Hotspots. 

Helmut Schönenberger, stellvertretender Vorsitzender des Startup-Verbands, erklärt: „Der deutliche Anstieg der Neugründungen zeigt, dass der Unternehmergeist in Deutschland stark ist. Die positive Entwicklung quer durch alle Regionen ist ein gutes Zeichen. Besonders erfreulich ist der Boom im Software-Sektor, der wichtige Impulse für die Digitalisierung liefert. Dieser Dynamik sollte die Bundesregierung weiter Rückenwind geben – die Fachkräfteeinwanderung muss beschleunigt und das Kapital privater institutioneller Investoren für Wagniskapital mobilisiert werden.”  

Dr. Felix Engelmann, Co-Founder startupdetector, ergänzt: „Das Wachstum der Neugründungen im ersten Halbjahr 2024 ist ein ermutigendes Signal. Besonders beeindruckend ist das Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen München und Berlin. Diese Dynamik unterstreicht die Stärke und Vielseitigkeit des deutschen Startup-Ökosystems. Die zunehmende Bedeutung der Regionen zeigt das Potenzial, das in Deutschlands Breite schlummert.“ 

Hintergrund:
Der Report „Next Generation – Startup-Neugründungen in Deutschland“ liefert ein kontinuierliches halbjährliches Monitoring eines der zentralen Erfolgsindikatoren des deutschen Startup-Ökosystems. Grundlage der Reihe sind die von startupdetector erfassten Daten zu Startup-Neugründungen in Deutschland, die auf Handelsregisterdaten beruhen und seit 2019 erhoben werden. 

Den Report gibt's hier.