Bei Preisen für medizinische Blüten ab zwei Euro je Gramm ist die Therapie inzwischen auch für Patient:innen fi nanzierbar geworden, deren Kosten seit Ende Juli 2026 nicht mehr von den Krankenkassen übernommen werden. Die Cannabis-Telemedizin sei hier der letzte Rettungsanker für Patient:innen und trotzdem erneut durch das Gesundheitsministerium unter Beschuss.

Dr. med. Julian Wichmann, Mitgründer und Geschäftsführer Bloomwell GmbH: „Der illegale Markt macht krank. Anders lassen sich die Ergebnisse unserer Umfrage kaum interpretieren. Stress, Verunreinigungen und eine permanente, unterschwellige Sorge belasten die Betroff enen erheblich. Diese psychischen und gesundheitlichen Folgen einer erneuten Kriminalisierung kommen in der öff entlichen Debatte viel zu kurz. Stattdessen dreht sich diese vor allem um einen nicht belegten Missbrauch. Tatsächlich hat sich die große Akzeptanz der digitalisierten Cannabis-Therapie mit Blick auf die gesundheitlichen Konsequenzen sehr positiv ausgewirkt – allein durch eine Reduktion der Risiken der illegalen Selbstmedikation. Diese Transformation bedeutet daher mehr, nicht weniger Gesundheitsschutz.“

Der illegale Markt ist die naheliegende Alternative zur legalen digitalen Therapie mit Medizinalcannabis

Etwa neun von zehn der Befragten haben bereits Erfahrung mit dem illegalen Markt. Bereits eine Umfrage im Sommer 2025 hatte ergeben, dass bei einer Beschränkung der Telemedizin 41 Prozent wieder dorthin zurückkehren würden (Das Cannabis-Barometer Q2 2025). Nur ein Bruchteil gab damals an, andere medizinische Therapieoptionen anstelle von Cannabis in Erwägung zu ziehen. Zugleich ergab eine DocCheck-Umfrage unter 500 niedergelassenen Hausärzt:innen 2025 wie restriktiv diese noch Medizinalcannabis verordnen (Das Cannabis-Barometer Q3 2025). Entgegen der Präferenz der Betroff enen für den ärztlich betreuten legalen Zugang über spezialisierte Plattformen droht bei der aktuell diskutierten Verschärfung des Medizinalcannabis-Gesetzes in erster Linie eine Stärkung illegaler Bezugswege.

Vorteile der legalen Versorgung mit Medizinalcannabis aus Sicht der Betroffenen

Unter den 7.062 Patient:innen, die sowohl Erfahrung mit Medizinalcannabis aus der Apotheke als auch vom illegalen Markt haben, zeigt sich eine klare Präferenz für Medizinalcannabis aus der Apotheke. Zu den Vorteilen zählen unter anderem:

  • 96,7 Prozent berichten, dass Medizinalcannabis aus der Apotheke „sauberer und reiner“ ist als Cannabis vom illegalen Markt.
  • 98,2 Prozent berichten, beim Bezug über ein gültiges Rezept in einer deutschen Apotheke besser informiert und beraten zu werden als auf dem illegalen Markt.
  • 94,4 Prozent berichten, dass Medizinalcannabis aus der Apotheke für sie günstiger ist als Cannabis in schlechterer Qualität auf dem illegalen Markt.

Stress beim illegalen Erwerb

Auf einer Skala von eins (kein Stress) bis zehn (sehr viel Stress) bewerten die Befragten den illegalen Erwerb von Cannabis durchschnittlich mit 8,1. Den Bezug von ärztlich verordnetem Medizinalcannabis aus der Apotheke bewerten sie durchschnittlich mit 1,8. Damit sorgt der illegale Markt für etwa 4,5 Mal so viel Stress wie das Einlösen eines digitalen Rezeptes in einer Apotheke. 79,8 Prozent nennen das „allgemeine Wohlbefi nden“ als wesentliches Motiv für legales Medizinalcannabis. Zudem gaben 77,8 Prozent Angst vor Verunreinigungen auf dem illegalen Markt an. 77,4 Prozent begrüßten die Produkttransparenz. Zwei Drittel nennen explizit gesundheitliche Motive.

Zahl legal verordneter Mengen nimmt weiter zu

Die Zahl der Menschen, die aus illegalen Strukturen in die legale ärztliche Verordnung wechseln, nimmt in Deutschland weiter zu. Im Vergleich zum vorherigen Quartal sind die über Bloomwell von deutschen Apotheken an Patient:innen abgegebenen Mengen im dritten Quartal 2026 um weitere 50 Prozent gewachsen. Der Durchschnittspreis, aus Sicht der Patient:innen ein wesentlicher Anreiz für den Wechsel in die legale Therapie, ist zugleich auf 3,77 Euro je Gramm medizinischer Cannabisblüten gefallen.

Für den Report hat Bloomwell im September 2026 nicht-repräsentativ 7.913 Medizinalcannabis-Patient:innen anonym und datenschutzkonform online befragt und anonymisierte Datensätze von Cannabis-Patient:innen im sechsstelligen Bereich und Verordnungen im siebenstelligen Bereich ausgewertet.