Bunt, vielfältig und progressiv

„Die größte Herausforderung war, aus einer radikalen Idee ein funktionierendes Objekt zu machen – ein Magazin, das mit jedem Format seine Form ändert und trotzdem als Ganzes funktioniert“, erklärt Maud Radtke, Creative Director RYSM.

Die einmalige Sonderpublikation erzählt das Thema Normung neu. Denn Normen sind keine Einschränkungen unserer Freiheit. Im Gegenteil: Normen ermöglichen Kollaboration und Austausch. Die Geschichten im Magazin zeigen auf ganz unterschiedliche Weise, welches kreative Potenzial in jeder einzelnen Norm schlummert.

„Dieses Magazin passt in keine Schublade. 45 Formate, jedes mit einer eigenen Geschichte. Und trotzdem funktioniert es als Ganzes. Weil wir alle diese Formate kennen: Sie prägen unseren Alltag, oft ohne, dass wir es bemerken. Normen schränken nicht ein, sie schaffen den Rahmen, auf dem Unterschiedliches zusammenwachsen kann. Das DIN-Magazin macht das erfahrbar - auf jeder einzelnen Seite", sagt Annika Westera, Lead Strategic Content & Campaigns bei DIN Deutsches Institut für Normung e.V.

45 Größen, 45 Geschichten

Vier Reihen (D,A,C,B) mit je 11 Formaten sowie DIN Lang: 45 Seiten von D10 bis B0. Die letzten Seiten sind als abtrennbare Poster konzipiert. Ein Bauplan zeigt das größte bekannte Genom im Tierreich. Ein Rahmenformat erzählt die Kunstgeschichte der Bilderrahmen. Ein Aufkleber ermöglicht im Stadtbild Normen zu hinterfragen. Ein Wimmelbild zeigt, wie normal es ist, nicht normal zu sein. Eine Komposition aus den vier Tönen DACB, die den DIN Reihen entsprechen, komponiert nach den Normen von vier verschiedenen Musikgenres. Der längste Satz der deutschen Sprache wird in DIN Lang präsentiert, vorne im Original und hinten in einfacher Sprache gemäß DIN 8581-1.

„Dass wir das hingekriegt haben, ist eine besondere Teamleistung, die jede Norm unserer Branche sprengt. Themenrecherche, Konzeption, Gestaltung, Zusammenarbeit mit zahlreichen Gastautor*innen – vom ersten Wort bis zum letzten Nadelstich der Bindung in Handarbeit ein einzigartiges Projekt“, so Sebastian Stelzer, Geschäftsführer Kreation RYSM.

Die Sonderpublikation wurde beim Festakt einem exklusiven Kreis aus Politik, Kultur und Zeitgeschehen präsentiert und diente als kreativer Gesprächsanlass, um den Gästen die Bedeutung von Normung für unseren Alltag zu vergegenwärtigen. Wegen des großen Interesses wird da Magazin seither im Foyer des Deutschen Instituts für Normung ausgestellt.

Außerdem hängen dort alle Seiten als teils großflächige Wandarbeiten in einer Ausstellung. Das Magazin wurde wegen seiner inhaltlichen und formalen Besonderheit in die Sammlung der Kunstbibliothek der staatlichen Museen zu Berlin aufgenommen.