Longevity bedeutet mehr Qualität im Alter
Longevity ist ein gesellschaftliches Trendthema. Der Bundesverband der Hörsysteme-Industrie e.V. (BVHI) versteht darunter nicht das fragwürdige Versprechen ewiger Jugend. Vielmehr beschreibt Longevity die wesentlichen Faktoren, die nachhaltige Lebensqualität bis ins hohe Alter ermöglichen. Dazu zählt auch die Hörgesundheit, denn gutes Hören ist ein Stabilitätsfaktor im Alltag: Es erleichtert Orientierung, Interaktion und das sichere Wahrnehmen der Umgebung – und stärkt damit die Grundlage für ein selbstbestimmtes Leben.
"Longevity bedeutet, möglichst lange selbstbestimmt und geistig wie sozial aktiv zu bleiben. Gutes Hören ist dafür eine zentrale Voraussetzung: Es unterstützt kognitive Leistungsfähigkeit, fördert soziale Teilhabe und beugt Isolation vor. Hörgesundheit ist damit kein Randthema, sondern ein wesentlicher Baustein für gesundes Altern",
erklärt Dr. med. Veronika Wolter, Chefärztin der Klinik für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde und der Helios Hörklinik Oberbayern.
Hörgesundheit als Schlüsselfaktor für gesundes Altern
Hören findet nicht nur im Gehörgang statt. Es ist ein komplexer neuronaler Prozess, bei dem das Gehirn eintreffende Schallsignale aus dem Innenohr interpretiert und in verständliche Klänge, Sprache oder Musik übersetzt. Eine nicht versorgte Schwerhörigkeit kann diesen Prozess erheblich beeinträchtigen - mit Folgen, die weit über das eigentliche Hören hinausgehen. Sie erschwert die Kommunikation, kann zu sozialem Rückzug führen und erhöht das Risiko für Missverständnisse sowie Unsicherheiten im Alltag.
Ein wichtiger Beitrag zu Longevity
Der frühzeitigen Diagnose und Therapie einer Hörminderung kommt daher eine besondere Bedeutung zu. In der Praxis wird dieses präventive Potenzial jedoch bislang nicht konsequent ausgeschöpft. Die EuroTrak Deutschland Hörstudie zeigt, wie groß der Handlungsbedarf nach wie vor ist: 10,9 Prozent der Bevölkerung in Deutschland schätzen ihre Hörfähigkeit als gemindert ein - das entspricht etwa 9,1 Millionen Menschen.
Von diesen verzichten jedoch über 20 Prozent auf eine fachärztliche Diagnose - und bleiben damit über Art, Schwere und Behandlungsmöglichkeiten ihrer Schwerhörigkeit uninformiert. Zudem zeigt die Studie, dass über ein Drittel der Befragten noch nie einen Hörtest gemacht hat. Selbst in der Altersgruppe der 50- bis 60-Jährigen hat rund jeder Dritte sein Gehör noch nie überprüfen lassen. Beate Gromke, Präsidentin der Europäischen Union der Hörakustiker e. V., bestätigt: "Eine frühzeitige Versorgung mit modernen Hörsystemen sorgt für mehr Lebensqualität und gesellschaftliche Teilhabe. Daher sind regelmäßige Hörtests zur Orientierung wichtig."
Die EuroTrak Deutschland Hörstudie zeigt auch, wie positiv sich eine professionelle Hörversorgung auswirkt: 97 Prozent der Hörgeräte-Träger berichten über eine verbesserte Lebensqualität. 75 Prozent geben an, sich in städtischer Umgebung sowie beim Fahrrad- oder Autofahren wieder sicherer zu fühlen. Die wahrgenommene mentale und physische Erschöpfung, etwa nach einem anstrengenden Arbeitstag, liegt bei Hörgeräte-Trägern deutlich niedriger als bei jenen, die ihre Schwerhörigkeit nicht mit Hörsystemen ausgleichen.
"Regelmäßige Hörtests sowie die frühzeitige Diagnose und Versorgung einer Hörminderung zahlen langfristig auf Lebensqualität, Teilhabe und Selbstbestimmung bis ins hohe Alter ein", betont Dr. Stefan Zimmer, Vorstandsvorsitzender des BVHI. "Das steigende gesellschaftliche Interesse an Longevity ist ein hervorragender Anlass, auf die Bedeutung der Pflege der Hörgesundheit - also Lärmschutz und regelmäßige Hörtests - hinzuweisen. Hörakustiker und HNO-Ärzte spielen im Kontext von Longevity eine nicht zu unterschätzende Rolle."
Weitere Informationen finden Sie auf der Kampagnenseite vom Welttag des Hörens.
