Der BVMed fordert daher bei künftigen Berichten eine stärker versorgungspfadorientierte Betrachtung. „Eine Analyse entlang der Patient Journey könnte dazu beitragen, die medizinischen und ökonomischen Effekte digitaler Gesundheitsanwendungen im Zusammenspiel mit anderen Versorgungsleistungen besser zu verstehen und ihren tatsächlichen Beitrag zur Weiterentwicklung der Gesundheitsversorgung fundierter zu bewerten“, argumentiert Gladkov.
Methodisch stützt sich der Krankenkassen-Bericht überwiegend auf Routinedaten. Für eine umfassendere Bewertung wäre es sinnvoll, zusätzliche Perspektiven einzubeziehen, etwa patientenberichtete Ergebnisse und Erfahrungen („Patient-Reported Outcomes und Experiences“) sowie Einschätzungen der behandelnden Ärzt:innen und Psychotherapeut:innen. „Eine differenzierte Bewertung der Versorgungssituation lässt sich langfristig am ehesten durch Mixed-Methods-Ansätze unter Einbeziehung verschiedener Datenquellen und Stakeholder-Perspektiven erreichen“, so der BVMed.
Seit Oktober 2020 können erste DiGA offiziell von Ärzt:innenverschrieben und von den gesetzlichen Krankenkassen erstattet werden. Das Fazit von Natalie Gladkov: „Grundsätzlich stellt die Implementierung des DiGA-Fast-Track-Verfahrens alle Akteure vor umfassende Herausforderungen. Dennoch sind DiGA im Rahmen einer innovativen, ressourcenschonenden und zukunftsweisenden Gestaltung von Gesundheitsleistungen alternativlos.“
