Fast jede Geschäftsführung hat inzwischen KI-Projekte freigegeben. Wenige können sagen und rechnen, was zurückgekommen ist. 88 Prozent der Unternehmen setzen KI ein, messbar profitieren nur sechs Prozent, so die Erhebung „The State of AI“ von McKinsey unter fast 2.000 Befragten.

Die Lücke dazwischen sei aber kein technisches Problem, sie entstehe am Konferenztisch, betont Jurasovic. Denn wer über KI entscheidet, bekomme drei Antworten. Die IT sage, was möglich ist. Die Juristen sagten, was nicht geht. Und Regulatory sage, was sein muss. Alle drei Antworten stimmen zwar, aber keine davon beantwortet die Frage, die der Geschäftsführer tatsächlich hat: Bringt uns das etwas, was kostet es und welches Risiko habe ich.

„Am Ende haftet niemand von den dreien“, sagt Marijo Jurasovic, Gründer der Sapiova GmbH. „In den Audits, in denen ich saß, hat nie jemand gefragt, wie gut ein System ist. Gefragt wurde, wer unterschrieben hat. Und das war ich. Elf Jahre lang.“

Sapiova zeigt beide Seiten. Wo mit KI im Haus Wert entsteht und welche Hebel über zwölf Monate tragen. Aber auch wo Geld unter dem Deckmantel von Forschung und endloser Pilotierung verschwindet. Dazu, was an Verantwortung entstanden ist und wer sie trägt.

Was das im Alltag bedeutet:

  • Ein Geschäftsführer geht in die Budgetrunde und weiß, welche KI-Vorhaben er weiterfinanziert und welche er beendet. Mit einer Zahl, die er verteidigen kann.
  • Ein Vorstand beantwortet im Aufsichtsrat die Frage nach dem Beitrag der KI zum Ergebnis — ohne die IT im Raum.
  • Ein Aufsichtsrat kennt die Fragen, die er stellen muss, und erkennt, ob die Antwort trägt. Und es ist dokumentiert, dass er gefragt hat.
  • Ein M&A-Verantwortlicher weiß vor der Unterschrift, ob die KI im Zielunternehmen ein Werttreiber ist, eine Position, die niemand beziffert hat oder ein fundamentales Risiko.

„Ein Geschäftsführer will nicht wissen, wie KI funktioniert“, so Jurasovic. „Er will wissen, was sie einbringt, was sie kostet und welches Risiko das Unternehmen trägt. All das gerechnet, nicht behauptet. Das ist die ganze Leistung.“

Über Sapiova
Die Sapiova GmbH aus Mannheim berät Geschäftsführungen, Vorstände, Aufsichtsräte und M&A-Verantwortliche zu KI-Strategie und Governance. Gründer Marijo Jurasovic führte von 2015 bis 2026 als Geschäftsführer die Vidal MMI Germany GmbH, machte aus einem Printverlag ohne Perspektive ein E-Health-Unternehmen und aus 40 Mitarbeitenden über 100.